R.I.P. Dieter: Vom Saarland zurück noh Kölle - die schönste Stroß...
- Till Quitmann

- 20. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Trauerfeiern können schön sein. Wenn sie authentisch sind. Und bei Dieter war es so, denn die Angehörigen waren offen, ehrlich und haben trotz der Ausnahmesituation Humor zugelassen. Schon die Musikauswahl mit „Kölsche Jung“ in der Version von Hans Süper, „Heimjon“ von BRINGS und ein Lied von der Band Höhner, das Dieter wie auf den Leib geschnitten war, sagt eigentlich alles: Un jedes Mol, wenn ich dä Dom von Wiggem soh, han ich jewoss: Die schönste Stroß op minger Reis, die föhrt noh Hus.“
In Nippes aufgewachsen, lange in Poll zu Hause, verschlug es Dieter ins Saarland. Auch wenn er dort sein geliebtes Tennis spielen konnte und neue Wege ging – die Sehnsucht blieb: Kölle! Sein großer Wunsch war, noch einmal in seine Heimatstadt zu fahren. Eine Not-OP und diese grausame Krankheit Krebs haben es verhindert. Am Ende ging es schnell, Dieter konnte einfach nicht mehr. Doch seine Kinder Steffi und Stefan haben es dann doch ermöglicht: Dieter wurde „überführt“ und auf dem Deutz-Poller Friedhof beerdigt. Sein letzter Weg, die letzte Stroß, die schönste Stroß führte ihn noh Kölle auf die Schäl Sick. Die letzte Ruhestätte ist gut gewählt – von hier aus hat Dieter den schöneren Blick auf Köln, er blickt aufs FC-Stadion und der angeleuchtete Dom sei nachts seiner...

Eines war wunderbar zu sehen: Sein Köln-Gen, Lebensmotto und Lebensgefühl hat er seinen Kindern weitervererbt. Steffi ist jeck – Stefan oberjeck, denn er ist im Traditionskorps der Altstädter Köln von 1922 „die Mutter der Kompanie“. Mit allem, was dazugehört.
Jetzt ist Dieter „Em elfte Himmel“, diskutiert mit Hans Schäfer, Heinz Flohe und Mucki Banach über den FC – und Lommi serviert hoffentlich ein lecker Kölsch.
Als Trauerredner bedanke ich mich vor allem bei der Familie, den Trauergäste und dem Bestattungshaus Ditscheid für die tolle Zusammenarbeit.
R.I.P. Dieter


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