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Trauerredner Till trifft… Norbert Conrads!

  • Autorenbild: Till Quitmann
    Till Quitmann
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Der Mann mit der außergewöhnlichen Stimme, der studierte Sänger, Tenor, Musical-Darsteller, der jedes Jahr am 11.11. am Tanzbrunnen den Kölner Karneval eröffnet und bei „Kölle singt“ in der Lanxess Arena

aufgetreten ist, genau er hatte in der Jugend mehr mit dem Tod zu tun, als viele denken.



Frage: Wolltest Du immer Sänger werden?

Norbert Conrads: Nein, ursprünglich sollte ich Schreiner und Bestatter werden, was ich dann auch gemacht habe. Ich komme aus einem Elternhaus mit Möbelhandlung, Schreinerei und Bestattungen. Mein Weg war vorgezeichnet, da ich aus einem kleinen Dorf komme, 35 km von Köln entfernt - da war klar, dass ich das mache, was meine Eltern vorgelebt haben.


Frage: Ab wann hast Du im Familienbetrieb gearbeitet?

Norbert Conrads: Zum Einsargen bin ich das erste Mal mit 14 Jahren mitgefahren. Mein Vater wollte wissen, ob ich das mental verarbeiten kann und ich habe die Feuertaufe bestanden. Ab dann habe ich das gemacht.


Frage: Tod, Trauer und Tränen – wie hast Du alles verarbeitet?

Norbert Conrads: Es war sehr unterschiedlich, wenn es eine ältere Person war, die das Leben gelebt hat und friedlich eingeschlafen war, konnte ich das gut verarbeiten, weil das Leben eben endlich ist. Aber wenn es junge Menschen waren, vielleicht sogar in meinem Alter, dann war es schwer. Unerträglich war, als z.B. ein guter Freund bei einem Autounfall ums Leben kam. Zudem kannte ich in unserem kleinen Dorf meistens die Angehörigen und hatte sehr viel mit der Trauer der anderen Menschen zu tun. Das hat mir immer wieder zugesetzt.


Nebenbei habe ich mich damals schon viel mit Musik beschäftigt. Eine Opernsängerin war hellauf begeistert von meiner Stimme und riet dazu, diese klassisch ausbilden zu lassen. So begann ich zeitnah meine Ausbildung an der Musikhochschule Köln.



Frage: Wann hast Du Dich endgültig nur für die Musik entschieden?

Norbert Conrads: Nach dem Tod meines Vaters - ich war 24 Jahre alt - war klar, dass ich nicht mehr als Bestatter arbeiten wollte. Ebenso klar war, dass mein Bruder den Betrieb übernimmt. Ich beschloss, nur noch auf die Karte „singen“ zu setzen. Zum Glück aus heutiger Sicht, denn darin habe ich meine Erfüllung gefunden.


Frage: Du hast es wirklich geschafft! War es eher Talent oder harte Arbeit?

Norbert Conrads: Es ist eine kleine Portion Talent und ganz viel üben, üben, üben und dranbleiben. Vielleicht 10 Prozent Talent und 90 Prozent harte Arbeit.


Frage: Hast Du denn schon mal auf Beerdigungen gesungen?

Norbert Conrads: Das habe ich tatsächlich schon mal häufiger gemacht, anfangs war es eher ein klassisches Repertoire. Aber hier im Rheinland werden auch sehr gern kölsche Lieder gewünscht, wie „Ich bin ne kölsche Jung“, „Niemals geht man so ganz“ oder „Hück steiht de Welt still“.



Frage: Welche Lieder sollen auf Deiner Beerdigung gespielt werden?

Norbert Conrads: Wow, das ist eine gute Frage. Auf jeden Fall von Enno Bunger „Konfetti“ und von Genesis „Afterglow“.


Frage: Was ist Dein großer Traum?

Norbert Conrads: Ein Traum wäre sicherlich ein Solokonzert ausschließlich mit meinen eigenen Liedern hier im Gürzenich.


Toi, toi, toi, das wünsche ich Dir! Vielen Dank für das Interview!

 


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